Kinomarkt

  • Kinomarkt

Die Erlöse des Kinomarktes setzen sich aus den Einnahmen an den Kinokassen sowie den Erlösen aus der Kinowerbung zusammen. Einnahmen aus Merchandising und Verzehr wurden nicht berücksichtigt, um ein klares Bild des Marktes zu erhalten.

2016 erzielte der deutsche Kinomarkt mit 1,11 Milliarden Euro Umsatz im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 12 %. Keine große Überraschung, wenn ausgerechnet das Rekordjahr 2015 mit seiner Fülle an Blockbustern sowie den deutschen Erfolgshits Fack ju Göthe 2 (7,7 Millionen Besucher) und Honig im Kopf (6,2 Millionen Besucher) das Vergleichs­jahr bildet. Sowohl die Besucher zahlen als auch die Einnahmen aus der Kinowerbung waren 2016 deutlich rückläufig. Mit nur rund 121 Millionen Besuchern (2015: 139 Millionen) verzeichnet die Filmförderanstalt FFA für 2016 sogar den niedrigsten Wert seit 2012 – im Schnitt ist jeder Einwohner Deutschlands 2016 nur 1,46 Mal ins Kino gegangen.

Kinokasse
Wie schon 2015 entfiel auch 2016 der größte Teil der verkauften Tickets auf Blockbuster. Die 34 Filme, die mehr als eine Million Besucher hatten, machten 56 % des gesamten Besucheraufkommens aus. An der Spitze stand hier der Animationsfilm Zoomania, der mit 3,8 Millionen Besuchern jedoch weit hinter der Zahl von 2015 zurückfällt. Auch die beiden Star­-Wars­-Filme sind unter den Top 10: Star Wars: Das Erwachen der Macht befand sich schon im Vorjahr auf Platz 5. Der Marktanteil der deutschen Filme, inklusive der Filme mit deutscher Koproduktion, lag 2016 bei gut 23 %; US-amerikanische Filme kamen auf 65 %. 2015 hatten die deutschen Filme hier einen Anteil von 28 % erreicht und US-­amerikanische Filme knapp 55 %.

Bei leicht gestiegenen Ticketpreisen erreichten die Umsätze aus dem Verkauf von Kinokarten einen Wert von rund 1,02 Milliarden Euro. Die Umsätze aus der Kinowerbung erzielten ein Volumen von 88 Millionen Euro.

Das Durchschnittsalter der Kinobesucher ist mit Ausnahme des Jahres 2015 seit 2011 kontinuierlich gestiegen. Der durchschnittliche Kinobesucher im Jahr 2016 ist 37,8 Jahre alt, mit 53 % Wahrscheinlichkeit weiblich und bezahlt fürs Kinoticket 8,45 Euro. Er hat die Wahl zwischen 1.654 Kinospielstätten mit insgesamt 4.739 Leinwänden an 892 Standorten.

 

Quellen anzeigen

Für 2017 prognostizieren wir einen Umsatz von 1,19 Milliarden Euro für den Kinomarkt in Deutschland, was einem Zuwachs von 6,7 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Dies liegt zum einen am erwarteten Anstieg der Ticket­preise – auf der Basis von historischer Erfahrung und unter Einbezug der jährlichen Inflation. Zum anderen rechnen wir mit einem Anstieg der Zahl der Kinobesucher von 121 auf 129 Millionen. Daraus ergibt sich für 2017 erneut eine Umsatzsteigerung von 7,1 % auf immerhin 1,1 Milliarden Euro an den Kinokassen – auch wenn die 1,17 Milliarden Euro von 2015 nicht erreicht werden.

Die Nettoeinnahmen aus Kinowerbung betragen 2017 unserer Prognose zufolge rund 90 Millionen Euro und steigen damit im Vergleich zum Vorjahr um 2 %.

Bis 2021 prognostizieren wir für den deutschen Kinomarkt einen Gesamtumsatz von rund 1,2 Milliarden Euro. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstums­rate von 1,6 %.

Die Einnahmen aus Verkäufen an den Kinokassen werden nach unserer Prognose bis 2021 auf 1,11 Milliarden Euro steigen. Dies entspricht ebenfalls einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 1,6 %. Nach dem für 2017 erwarteten Anstieg der Besucherzahlen werden die Zahlen bis 2021 wieder rückläufig sein. Der prognostizierte Umsatzanstieg beruht auf der erwarteten Anhebung der Ticketpreise bis 2021 um durchschnittlich 1,2 %. Zum Ende des Betrachtungszeitraums rechnen wir mit einem durchschnittlichen Ticketpreis von rund 9 Euro.

Die weiterhin steigenden Einnahmen aus der Kinowerbung werden 2021 rund 94 Millionen Euro betragen; wir erwarten für den Prognosezeitraum von 2017 bis 2021 einen durchschnittlichen Anstieg der Nettoeinnahmen um 1,3 % pro Jahr.

Quellen anzeigen CAGR anzeigen

German E&M Outlook