Internetzugang

  • Internetzugang

Dieses Kapitel untersucht die Umsatzentwicklung und die technologischen Fortschritte der verschiedenen Arten von Internetanschlüssen. Bei den Breitbandanschlüssen wird vor allem zwischen DSL, kabelmodembasierten und Glasfaseranschlüssen unterschieden, beim mobilen Internetzugang geht es neben den existierenden Technologien auch um das neue 5G-Netz. Zudem werden wichtige Trends wie Vectoring- und 5G-Ausbau sowie der Wegfall der Roaminggebühren näher beleuchtet.

Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Videostreaming- und Cloud-Diensten sowie der zunehmenden Verbreitung digitaler Haustechnik erhöht sich in Deutschland der Bedarf an hochbitratigen Breitbandanschlüssen noch mehr.

Im Jahr 2016 ist die Anzahl der Haushalte mit stationärem Breitbandanschluss von 30,7 Millionen um 2,2 % auf 31,3 Millionen angestiegen. Das entspricht einer Breitbandpenetration (stationäre Breitbandanschlüsse pro Haushalt) von 78 %.

Der Anteil der direkt mit Glasfaser anschlussfähigen Haushalte ist jedoch aufgrund vergleichsweise hoher Ausbaukosten und unklarer Regulierungslage in Deutschland mit ca. 6% weiterhin gering. Für Breitbandanschlüsse ist der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Kunde (Average Revenue per User, ARPU) um 1,5 % auf 21,43 Euro leicht gesunken. Die Umsätze aus stationären Breitbandanschlüssen der Telekommunikationsunternehmen sind damit nur leicht um 1,2 % von 7,9 Milliarden Euro 2015 auf acht Milliarden Euro 2016 gestiegen.

Der Markt für mobiles Internet ist im letzten Jahr um 6,9 % von 6,8 Milliarden Euro auf 7,3 Milliarden Euro deutlich stärker gewachsen. Die Anzahl der mobilen Internetzugänge hat sich um 1,9 % auf 109,2 Millionen erhöht. Im Gegensatz zum stationären Zugang ist der durchschnittliche Umsatz pro Kunde beim mobilen Internetzugang (exklusive Umsätze von SMS, Musik oder anderen Dienstleistungen) um 4,9 % auf 5,56 Euro gestiegen.

Das zukünftige Wachstum des Internetzugangsmarkts wird durch Erlöse aus dem mobilen Internet getrieben. Für stationäre Breitbandanschlüsse erwarten wir bis 2021 ein geringes Wachstum von 0,8 %. Demgegenüber gewinnt der Markt für mobiles Internet weiter an Bedeutung. Wir prognostizieren ein Wachstum von 5,4 % bis 2021 und rechnen damit, dass 2018 die Einnahmen aus dem mobilen Internet die der stationären Anschlüsse übersteigen.

Im Jahr 2021 werden die Umsätze mit mobilem Internet 9,5 Milliarden Euro betragen und 53 % des Gesamtumsatzes ausmachen. Aufgrund der kommerziellen Verfügbarkeit von 5G ab 2020 und des zu erwartenden steigenden Wettbewerbs im Bereich des mobilen Internetzugangs prognostizieren wir jedoch einen Rückgang der Gesamtwachstumsrate auf unter 2 % im Jahr 2021.

Quellen anzeigen CAGR anzeigen

Mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von circa 2,1 % erwarten wir, dass die Anzahl der Haushalte mit stationärem Breitbandzugang bis 2021 auf 34,7 Millionen ansteigen wird. Dies entspricht einer Steigerung der Penetrationsrate von 78 % im Jahr 2016 auf 84,5 % im Jahr 2021.

Breitbandzugänge, die auf Digital-­Subscriber-­Line-­Technologien (xDSL) basieren, sind derzeit mit 23,4 Millionen die mit Abstand häufigsten Internetanschlüsse in Deutschland. Aufgrund des weiteren Ausbaus der Vectoring-­Technologie erwarten wir weiterhin einen leichten Anstieg auf 23,8 Millionen DSL-­Anschlüsse bis 2021. Zukünftig werden aufgrund der erhöhten Nachfrage nach hochbitratigen Downloads (z. B. für Videostreaming), des technologischen Geschwindigkeitsvorteils und der zunehmenden kommerziellen Nutzung von Glasfaserzugängen sowohl kabelmodembasierte (CATV) als auch glasfaserbasierte (FTTB/FTTH) Anschlüsse deutlich an Bedeutung gewinnen. Ausgehend von den derzeitigen Kostenstrukturen, Nachfrageprognosen und der Wettbewerbssituation prognostizieren wir durchschnittliche jährliche Wachstumsraten von 6 % für CATV­ und 15,5 % für FTTB/FTTH­-Anschlüsse bis 2021.

Für die nächsten Jahre rechnen wir mit einem anhaltenden Wettbewerb bei den stationären Internetanschlüssen, der sich durch neue glasfaserbasierte Angebote noch intensivieren wird. Wir erwarten daher einen weiteren Rückgang des ARPU um 1,3 % jährlich auf etwa 20 Euro im Jahr 2021. Aufgrund der entgegengesetzten Entwicklung von Menge und Preisniveau wächst der Umsatz für stationäres Internet leicht um circa 0,8 % jährlich von 8 Milliarden Euro 2016 auf 8,3 Milliarden Euro 2021.

Quellen anzeigen
Quellen anzeigen

Mobile Internetzugänge haben in den letzten Jahren einen rasanten Aufschwung erfahren. Neue Technologien wie 5G, die wachsende Verbreitung mobiler Diensten und des Internets der Dinge sowie der verstärkte Trend hin zu „Always Connected“ sind Treiber für zukünftiges Wachstum des mobilen Internets.

Aufgrund des weiteren Ausbaus der Mobilfunknetze, des technologischen Upgrades der Basisstationen und des Austauschs überholter Endgeräte erwarten wir in den kommenden Jahren eine deutliche Verschiebung der mobilen Zugangs­technologie hin zur 4. Generation des Mobilfunks (Long Term Evolution, LTE) sowie ab 2020 die kommerzielle Verfügbarkeit von 5G. Insgesamt steigt die Anzahl der mobilen Internetanschlüsse von rund 109,2 Millionen 2016 jährlich nur leicht um etwa 0,4 % auf 111,4 Millionen im Jahr 2021. Dies entspricht einer Steigerung der Penetrationsrate (mobile Internetanschlüsse pro Bewohner) von 135,4 % auf 138,8 % im Prognosezeitraum.

Für mobile Internetanschlüsse gehen wir von einer deutlichen Steigerung des ARPU je mobilem Internetanschluss (2G, 3G oder 4G Mobilfunktechnologie) von circa 5 % jährlich auf über sieben Euro im Jahr 2021 aus. Die Gesamtumsätze mobiler und portabler Internetnutzung steigen damit deutlich von 7,3 Milliarden Euro im Jahr 2016 auf 9,5 Milliarden Euro im Jahr 2021, was einem durchschnittlichen Wachstum von rund 5,4 % entspricht.

Quellen anzeigen

German E&M Outlook