Datenkonsum

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Das vorliegende Kapitel untersucht, auf welchen Geräten Daten konsumiert und für welche Inhalte sie genutzt werden. Dabei wurden insbesondere Smartphones, Tablets und Breitbandanschlüsse untersucht. Unter Datenkonsum wird hier der Verbrauch von Daten für Videos, Webbrowsing (Blogs oder Websites von Zeitungen), Musik, Kommunikation, Social Networking, Spiele und andere digitale Inhalte (Downloads von Apps, Teilen von Dokumenten oder Softwareupdates) verstanden.

Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran, und bald wird unsere Gesellschaft fast vollständig von Informations- und Kommunikationstechnologien durchdrungen sein. Die mobile Datennutzung ist für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit geworden. Jeder ist immer und überall erreichbar und ruft beständig E-Mails, WhatsApp-Nachrichten und Informationen aus dem Internet ab. Vor allem über das Smartphone wird ein Großteil der Daten konsumiert. Dies spiegelt sich auch in den Verkaufszahlen wider. Laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom wurden im Jahr 2016 in Deutschland rund 25 Millionen Smartphones verkauft. Bei dieser Befragung gaben 71 % der Teilnehmer an, sich ein Leben ohne Smartphone nicht mehr vorstellen zu können.

Im Jahr 2016 wurden in Deutschland rund 15,7 Milliarden Gigabyte (GB) an Daten genutzt, 2019 werden es schon fast 29,4 Milliarden GB und 2021 sogar 41,9 Milliarden GB sein. Die Daten werden insbesondere über Smartphones, Tablets, andere portable Geräte sowie Breitbandanschlüsse verbraucht. 2016 zählten wir in Deutschland 68,9 Millionen aktive Internetnutzer, 33,8 Millionen Tablets, 73,4 Millionen Smartphones und 31,9 Millionen Haushalte mit Breitbandanschluss. Diese Zahlen werden zukünftig weiter steigen.

Die mit Abstand größten Datenmengen fallen beim Herunterladen und Streamen von Videos an. Beim Streaming werden die Daten nach dem Zwischenspeichern direkt abgespielt – eine dauerhafte Speicherung entfällt. Beispiele für Videostreamingdienste sind YouTube, Amazon Prime Instant Video und Netflix. Anbieter wie iTunes und Google Play ermöglichen im Gegensatz dazu den Download von Filmen und Serien. Im Jahr 2016 wurden in Deutschland Videos im Umfang von 12,6 Milliarden GB heruntergeladen und gestreamt. Dies sind 80 % des gesamten genutzten Datenvolumens. Bereits in der Vergangenheit machten Videos den größten Anteil der genutzten Datenmenge aus. 2019 werden es 24,2 Milliarden GB und 2021 sogar 35,2 Milliarden GB sein. Somit entspricht der Videoanteil im Jahr 2021 immerhin 83,9 %.

Der Datenverbrauch in den anderen Kategorien – wie Musik, Webbrowsing, Kommunikation, Social Networking oder Spiele – ist deutlich geringer. So wurden 2016 nur rund 697 Millionen GB für das Herunterladen und Streamen von Musik verbraucht. Das Webbrowsing verbrauchte 660 Millionen GB.

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Wie auch weltweit wird der Datenkonsum in Deutschland weiter steigen. Bis zum Jahr 2021 rechnen wir mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 21,6 %. Der größte Anstieg wird im Zeitraum 2016 bis 2017 zu verzeichnen sein und 25,8 % betragen.

Smartphone
Über Smartphones (mobiles Datenvolumen wie auch WLAN) werden die größten Datenmengen genutzt; deren Anteil am gesamten, in Deutschland verbrauchten Datenvolumen im Jahr 2016 betrug 33,5 %.

Während 2016 noch rund 5,3 Milliarden GB Daten über Smartphones genutzt wurden, werden es 2021 voraussichtlich schon 19,1 Milliarden GB sein. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 29 %. Weder bei Tablets und anderen portablen Geräten noch bei den Breitbandanschlüssen ist mit einem derart starken Anstieg zu rechnen. Die Datennutzung über Telefone, die keine Smartphones sind, wird bis 2021 fast gänzlich eingestellt sein.

Im Jahr 2016 wurden in Deutschland 73,4 Millionen Smartphones aktiv genutzt. Wir prognostizieren, dass sich die Zahl der aktiv genutzten Geräte bis 2021 jährlich durchschnittlich um 4,9 % auf 93,2 Millionen erhöhen wird. Pro Smartphone war 2016 eine Nutzung von 71,8 GB zu verzeichnen, das sind etwa sechs GB pro Monat. Bis 2021 wird sich dieser Wert deutlich – auf 205 GB pro Jahr – erhöhen.

Zum Anschauen eines zehnminütigen YouTube-Videos in mittlerer Bildqualität (240 p) werden etwa 25 Megabyte (MB) verbraucht. Die Steigerung von 133,2 GB bis zum Jahr 2021 bedeutet folglich, dass pro Smartphone rund 5.300 YouTube-­Videos mehr angeschaut werden können.

Sowohl in Deutschland als auch weltweit wird das Datenvolumen der Smartphones meist zum Herunterladen und Streamen von Videos genutzt. Der Anteil dieser Nutzung betrug 2016 fast 4,4 Milliarden GB; dies entspricht 83 % des gesamten über Smartphones genutzten Datenvolumens. Wir erwarten, dass sich das so genutzte Datenvolumen bis zum Jahr 2021 auf knapp 16,8 Milliarden GB bzw. um durchschnittlich 30,8 % pro Jahr erhöhen wird. Ein derart deutliches Wachstum wird bei keiner anderen Nutzungsart erreicht.

Mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 27,2 % folgt der Bereich Musik. Für das Herunterladen und Streamen von Musik über Smartphones wurde 2016 ein Datenvolumen von 168 Millionen GB verbraucht. Bei den Musikinhalten prognostizieren wir für 2021 einen jährlichen Verbrauch von fast 560 Millionen GB.

Für Kommunikationsservices wie E-Mail, Chat sowie Sprach­ und Videokommunikation wurden im Jahr 2016 gut 99 Millionen GB an Datenvolumen über Smartphones verbraucht. Bis zum Jahr 2021 erwarten wir bei diesen Nutzungsarten eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 26 %.

Auch für Spiele, Social Networking (hierin enthalten sind Dienste wie Facebook, LinkedIn oder Twitter) sowie andere digitale Inhalte werden jeweils jährliche durchschnittliche Wachstumsraten zwischen 21 und 24,5 % vorausgesagt. Lediglich das Webbrowsing wird voraussichtlich etwas schwächer wachsen. Für diese Bereiche erwarten wir eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 9,3 %.

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Tablets
Auch über Tablets wird ein größerer Teil des gesamten Datenvolumens genutzt. In Deutschland gab es im Jahr 2016 rund 34 Millionen aktive Tablets. Die über Tablets genutzten Daten machten 2016 11 % des gesamten in Deutschland genutzten Datenvolumens aus.

Absolut wurden 2016 gut 1,7 Milliarden GB an Datenvolumen über Tablets verbraucht. Bis 2021 erwarten wir eine jährliche durchschnittliche Steigerung von 26,2 % auf 5,6 Milliarden GB. Das deutlichste Wachstum liegt jedoch einige Jahre zurück: Von 2012 bis 2013 erhöhte sich das verbrauchte Datenvolumen um fast 130 %.

Ähnlich wie bei den Smartphones wird auch das über Tablets genutzte Datenvolumen überwiegend für das Herunterladen und Streamen von Videoinhalten verbraucht. 2016 betrug der Anteil 1,5 Milliarden GB, dies entspricht 88 % der gesamten über Tablets genutzten Datenmenge. Auch Inhalte wie Musik, Webbrowsing oder Kommunikation werden über Tablets abgerufen, jedoch machen die hierfür genutzten Datenmengen nur einen kleinen Teil aus. Für Musik wurden 2016 beispielsweise 48 Millionen GB verbraucht. Bis 2021 erwarten wir eine Steigerung um 119 Millionen GB auf 167 Millionen GB jährlich.

Geht man von einem Datenverbrauch von einem MB pro Minute für das Streamen von Musik aus, so könnten mit zusätzlichen 119 Millionen GB ganze 1,9 Milliarden Stunden Musik gestreamt werden.

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Breitbandanschlüsse
Über Breitbandanschlüsse wird ein weiterer großer Teil des in Deutschland verbrauchten Datenvolumens genutzt. Der Verbrauch über Breitbandanschlüsse betrug im Jahr 2016 5,1 Milliarden GB, was 32,4 % des gesamten Datenvolumens entspricht.

Auch bei den Breitbandanschlüssen zeigt sich eine deutliche Steigerung der jährlich verwendeten Daten. Im Jahr 2019 werden voraussichtlich 7,6 Milliarden GB und bis 2021 werden jährlich 9,6 Milliarden GB genutzt. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 13,4 %.

Ähnlich wie beim Smartphone und Tablet werden die Breitbandanschlüsse im Wesentlichen zum Herunterladen und Streamen von Videos genutzt. Im Jahr 2016 betrug der Anteil 3,5 Milliarden GB, also 69 % der gesamten über Breitbandanschlüsse genutzten Datenmenge. Für das Jahr 2019 prognostizieren wir einen jährlichen Datenverbrauch von 5,4 Milliarden GB, 2021 werden es 6,8 Milliarden GB sein.

Rechnet man diese Werte in Stunden um, die für das Anschauen von Serien und Filmen in High Definition, etwa auf Netflix, aufgewendet werden, so schaute im Jahr 2016 statistisch gesehen jeder deutsche Haushalt mit Breitbandanschluss 37 Stunden Inhalte auf Netflix oder ähnlichen Plattformen an; Im Jahr 2021 werden es schon 63 Stunden sein.

Bei den anderen digitalen Inhalten betrug das 2016 genutzte Datenvolumen 584 Millionen GB und für Musik 373 Millionen GB. Hier erwarten wir durchschnittliche jährliche Wachstumsraten von 15,5 % bzw. 12,6 % bis zum Jahr 2021. Dann werden die Volumina 1,2 Milliarden GB und 675 Millionen GB betragen. Die Anteile und durchschnittlichen jährlichen Wachstumsraten der Kategorien Social Networking, Kommunikation und Webbrowsing sind zum Teil deutlich geringer; sie liegen bei 65 bis 321 Millionen GB bzw. bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 2,5 bis 11,5 %. Das über Breitbandanschlüsse für Spiele genutzte Datenvolumen betrug 2016 nur 89 Millionen GB; hier erwarten wir bis 2021 eine deutliche Steigerung auf 201 Millionen GB, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 17,5 % entspricht.

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German E&M Outlook